Über Shitstorms, Halbzitate und menschliche Schwächen (UPDATE)

Willkommen im Wahlkampf!

DerWesten.de zitiert mich mit einem Satz über die Diäten-Erhöhung, überspitzt die Aussage in der Überschrift noch einmal und schon ist der Kandidat “unwählbar”. Chapeau! So macht man Politik.

Was war geschehen? Ich habe gestern bei meiner Runde mit dem Hund+Kind durch den Wald eine gute halbe Stunde ein Telefon-Interview mit einer Agentur geführt, welches ich insgesamt als sehr unangenehm empfunden habe. Der Gesprächspartner versuchte mich immer wieder auf die eine oder andere Extremposition festzulegen (“Dann sagen Sie doch als Spitzenkandidat, was ist denn Ihe Meinung zu..”). Insgesamt habe ich versucht, sachlich und moderat zu antworten und (wie immer) das wiederzugeben, was mein Gefühl über die Stimmung in der Partei mir sagt.

beim-Klabautermann.de

Irgendwann kamen wir auf das Thema Tarifstreit im öffentlichen Dienst und ich sollte sagen, ob die PIRATEN die Gewerkschaft bei ihrer Forderung vollumfänglich unterstützen oder das alles übertrieben sei und die  Arbeitgeber im Recht. Ich habe mich dafür entschieden, zu antworten, dass wir keine Position hätten, ich aber davon ausgehe, dass das soziale Gewissen der Piraten zumindest einen Inflationsausgleich für fair hält.

Über dieses Thema kamen wir zu den Diäten der Abgeordneten. Ob die PIRATEN die planmäßige Erhöhung mittragen würden war die Frage. Im Wissen darum, dass diese Anpassungen die Preisentlwicklung als Grundlage haben, lieferte ich im Zusammenhang mit der vorherigen Frage das Zitat, das jetzt in DerWesten groß ausgeschlachtet wird.

Ich habe auch noch ein-zwei Sätze dazu gesagt, dass wir uns kurz zuvor gegen die Sondererhöhung von 500,-EUR für die Altervorsorge der Abgeordneten ausgesprochen haben. Diese Aussage wird leider nicht in den Zusammenhang gesetzt und damit stehe ich als (Zitat Twitter) “geldgeiles Arschloch” da.

Ich bin (wie es Achim in der Mailingliste zitiert) tatsächlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Ein Reporter hat seine Chance genutzt und der Profi hat den Amateur gegen die Wand gespielt. Zwar bin ich insgesamt Medien-Kenner und durch die Vorstandsarbeit erfahrener als die Meisten, aber einen solchen Frontalangriff kann auch ich noch nicht zu 100% abwehren.

Was lerne ich daraus?

– Zitate bei Telefoninterviews lasse ich mir – bei diesem Herrn im Besonderen – vorher noch einmal vorlegen.
– Mit dem Handy führe ich nur noch bei guter Qualität Gespräche.
– Interviews auf der Hunderunde führe ich nur noch ohne vorherigen und nachherigen Stress (Fototermine).
– Bei Aussagen, die sich auf mein “Gefühl” verlassen werde ich noch vorsichtiger agieren.

Was möchte ich nicht?

– Glattgebügelt werden und immer nur mit “wir haben keine Meinung antworten müssen”
– Mich durch solche Ausrutscher verunsichern lassen – die über 50 Interviews vorher waren okay
– Im Shitstorm untergehen. Gute Presse scheint selbstverständlich, ein Ausrutscher kommt nun mal vor.

UPDATE

Nach einem Gespräch mit dem Interviewer muss ich mich entschuldigen. Ich habe aus dem Gedächtnis die Reihenfolge der Themen und Aussagen durcheinander gebracht. Erstens haben wir am Ende des Telefonats über die Diätenerhöhung gesprochen und das nicht direkt nach dem Thema Tarifstreit. Zweitens habe das Thema 500-EUR-Pressemitteilung anscheinend nicht in diesem Gespräch angesprochen, sondern in dem davor. In meiner Erinnerung habe ich das zusammen gezogen. Ein Anhören der Aufzeichnung hat das ergeben und ich bin der Meinung, dass ich mich a) für die falsche Darstellung entschuldigen und b) euch diese Information nicht vorenthalten sollte.

50 Comments

  1. kungler21. März 2012

    Gut gesagt, richtige Lehren gezogen #myLaVorsi

    LG
    Matthias
    (der dieses Spielchen auch schon erlebt hat…)

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  2. Wolfgang Dudda21. März 2012

    Es gibt eben Journalisten, die so vorgehen. Mir ist so etwas während meiner BuVo-Zeit auch passiert. Seinerzeit wollte man von mir hören, dass wir Piraten Jörg Tauss infolge seiner Verurteilung sofort ausschließen. Weil ich das aus bekannten Gründen natürlich so nicht sagen konnte, hat man insistierend versucht, mir eine ähnliche Aussage in den Mund zu legen. Das taten so übrigens Journalisten von so genannten “seriöse” Magazinen.

    Fazit: Keep calm. Keep together!

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  3. Björn21. März 2012

    Eben – nicht unterkriegen lassen.
    War ungeschickt, ist passiert, hoffentlich die Lehren drausgezogen und weiter gehts. 😉

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  4. Dominik21. März 2012

    Danke für diese Richtigstellung. Auch ich habe mich, nach Lektüre des betreffenden Artikel gefragt, wieso jetzt bei den mir sehr sympatischen Piraten auch schon Geldgeier auftauchen und mich zu einem Negativ-Tweet hinreißen lassen. Allerdings ein äußerst gemäßigter, zu meiner Verteidigung. Das hat mich ein weiteres Mal daran erinnert: Immer schön Faktencheck und Zweitstimmen anhören, bevor man etwas einfach glaubt. Viel Erfolg für die Wahl!

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  5. NRWROLF21. März 2012

    Dieser BLOG reicht mir bei weitem nicht. Der ist dann genauso schwammig wie die angeblichen Behauptungen der Presse.

    Ich will eine klare Aussage, ob DU pro oder contra Diätenerhöhung abstimmst, wenn du in den Landtag gewählt werden würdest.
    Ich will eine klare Aussage, ob du jetzt schon Koalitionen ausschließt oder bejahst.

    Heißt mit anderen Worten: Die Punkte in denen du dich falsch zitiert fühlst – da möchte ich dann gerne wissen, was wirklich deine Meinung ist – oder ob du definitiv keine hast .

    Schließlich möchtest du ja auf dem Sonderparteitag als Kandidat stimmen bekommen.

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    1. mmarsching21. März 2012

      Ich weiß zwar nicht, was an dem Beitrag schwammig ist, aber evtl. klärt sich das ja hiermit: Ich bin FÜR eine Rücknahme der Erhöhung vom Februar. Ich bin FÜR eine Erhöhung der Diäten um den Preisspiegel. Eine weitere Erklärung zu meinen Ansichten zu Diäten muss ich dann wohl auch noch zaubern, aber nicht jetzt am Handy.

      Zu der Koalitionsaussage musst du nur irgendeine Presseveröffentlichung der letzten Tage lesen: Wir sollten nicht so vermessen sein, in der ersten Wahlperiode direkt in die Regierung zu streben. Daher lehne ich Koalitionen um des Machterreichens wegen ab. Da werde ich aber auch nicht falsch zitiert. 🙂

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  6. Stephan Eisvogel21. März 2012

    “Der Gesprächspartner versuchte mich immer wieder auf die eine oder andere Extremposition festzulegen.” Das ist doch die eigentliche Lektion, dass man bei so einem Setting das Interview einfach sofort abbricht, weil zu vermuten steht, dass für die Partei nichts Gutes oder wenigstens Neutrales bei rumkommt. Wozu sonst haste dein Bauchgefühl? Jemand ™ sollte diesen Post hier und die von @PiratenNRW verlinkte Position unter den WARZ-Artikel in die Kommentare setzen und fertig.

    Apropos geldgeiles Arschloch. Ich hab mal ein wenig herumgefragt, auf wieviel Arbeitszeit ein handelsüblicher Abgeordneter mit Engagement für den Job so kommt. 300 Stunden im Monat. Bei dem üblichen Salär fallen unten 35 Euro die Stunde heraus. Freunde und Bekannte von mir, die in mittelständischen oder größeren Firmen den Laden gut managen langen sich ans Hirn, wenn ich denen sage “hier, mit deinem Know-How, hock dich doch auch mal mit in den Landtag.” Dass auch in der Politik “You get what you pay for” richtig ist, ist einem Bürger mit 10 Euro die Stunde brutto und mit globalem Hass auf jeden Politiker natürlich sehr schwierig zu vermitteln.

    Schlage den Leuten immer Feldversuch vor. Einfach mal ne Fertig-Pizza für 2 Euro mit einer vom Tipp-Topp-Italiener für 10 Euro vergleichen. Wer da keinen Unterschied schmeckt, der soll seinen Politikern von mir aus weniger zahlen.

    Antworten
  7. Eiskalter Engel21. März 2012

    mach dir nix draus… fehler passieren ausserdem war es in diesem fall ein faulspiel der medien! die legen es ja teilweise drauf es sich genau so zu drehen wie sie es sich vorstellen…
    …weitermachen… hast heute ja nochmal locker 50 telefonate….

    Antworten
  8. […] bekannt. Die Piratenpartei ist wohl tendenziel gegen eine Diätenerhöhung. Der Landesvorsitzende bestreitet glaubhaft das ihm untergeschobene Zitat. Im Gegenteil hatte er im Interview referiert, dass die Piraten sich […]

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  9. Lür21. März 2012

    Die Lektion lernen und weitermachen.
    Der folgende Satz ist problematisch, denn er kann als Absage an manche Wähler verstanden werden.

    „Wir müssen als Neulinge erst einmal den Politikbetrieb erlernen und gehen zunächst in die Opposition.“

    Was muss auf Kosten der Steuerzahler auf der bequemen Oppositionsbank erlernt werden? Wenn man lernen will wie die SPD Geld vernichtet, fährt man zum Nürburgring, oder schaut auf die letzte Bilanz der zerschlagenen Bankgesellschaft Berlin. WestLB soll auch spannend sein. Das kann man auch als APO.
    Der Wähler will Änderung, daher das Motto Klarmachen zum Ändern 🙂
    Also Kopf hoch und Kämpfen.
    Lür

    Antworten
  10. Werner21. März 2012

    Alles klar, verstanden.
    Aber wie steht die Piratenpartei jetzt zur Diätenerhöhung? 😮

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    1. mmarsching21. März 2012

      “Da haben wir uns noch keine Meinung gebildet!” 😀

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  11. Fx21. März 2012

    Der Westen hat die Stellungnahme neben dem Artikel reingepappt. Und einen Link hier eingefügt. Immerhin.

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  12. Jan21. März 2012

    DerWesten schafft es ja schon nicht, den Aufleger auf seiner Startseite fehlerfrei zu texten. Aktuell steht da “Die NRW-Piraten würden einer Diätenerhöhung wohl zustimmen würden, so Marsching.”. Wie soll man da erwarten, dass sie eine differenzierte Ansage begreifen.

    Antworten
  13. Susanne Bischoff21. März 2012

    Apropos geldgeiles Arschloch. Ich hab mal ein wenig herumgefragt, auf wieviel Arbeitszeit ein handelsüblicher Abgeordneter mit Engagement für den Job so kommt. 300 Stunden im Monat. Bei dem üblichen Salär fallen unten 35 Euro die Stunde heraus. Freunde und Bekannte von mir, die in mittelständischen oder größeren Firmen den Laden gut managen langen sich ans Hirn, wenn ich denen sage “hier, mit deinem Know-How, hock dich doch auch mal mit in den Landtag.” Dass auch in der Politik “You get what you pay for” richtig ist, ist einem Bürger mit 10 Euro die Stunde brutto und mit globalem Hass auf jeden Politiker natürlich sehr schwierig zu vermitteln.

    Schlage den Leuten immer Feldversuch vor. Einfach mal ne Fertig-Pizza für 2 Euro mit einer vom Tipp-Topp-Italiener für 10 Euro vergleichen. Wer da keinen Unterschied schmeckt, der soll seinen Politikern von mir aus weniger zahlen

    Dieser Vergleich ist absolut richtig. Ich bin der Meinung, dass Politiker eigentlich zu wenig im Vergleich mit einem Job in der Wirtschaft verdienen.
    Du hast völlig Recht, denn gerade in der Politik sollte Spitzenqualität sitzen.
    Es nützt niemand etwas, wenn sich Spitzenpolitiker aus der Politik zurück ziehen, da sie in der Wirtschaft wesentlich mehr verdienen, außerdem nicht dem ständigen Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt sind.
    Politik ist grundsätzlich nur etwas für Menschen, die absolut Schmerz frei sind und Politik mit Leib und Seele leben.
    Diese Schmerzfreiheit läßt sich mit guten Life Coach Spezialisten trainieren.
    Denn nur wer hier seine Psyche stabilisiert hat, hat eine Chance viel zu erreichen und nicht selber dabei zu zerbrechen.
    Fehler passieren natürlich trotzdem, allerdings kann ich hier keinen wirklichen finden. Du warst sehr ehrlich und das ist etwas was die Piraten auszeichnet.
    Klar der Wähler will konkrete Antworten, und die müssen dringend erarbeitet werden.
    Zu sagen, dazu habe ich keine Meinung verunsichert sofort den Wähler.
    Das ist natürlich kontraproduktiv.

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  14. TDecius21. März 2012

    Gelassen bleiben.
    Es freut mich, dass sich meine von vornherein kritische Einschätzung des Artikels nun bestätigt wird.
    Eine hilfreiche Möglichkeit wäre vielleicht Telefoninterviews generell aufzuzeichnen.

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  15. infosocke21. März 2012

    Vielen Dank für die Erklärung. Die leider wieder Zeit frisst, die nicht nötig sein sollte. Aber das liegt ja weniger an Dir. Und ich freue mich über die richtigen Schlussfolgerungen, über Selbstreflektion, Selbstkritik und Lernfähigkeit.

    Hoffentlich werden eine Menge Leute/Piraten/Bürger erheblich medienkompetenter und fressen nicht mehr alles, nur weil es ohne Quellennachweise irgendwo aus bestimmten oder unbestimmten Gründen steht, bevor die Empörungswelle engagierte Leute von der Arbeit abhält, sie zermürbt und seelisch kaputt macht oder sie so formt und sie sich so weit von der Gesellschaft entfernen (müssen), wie es Piraten hoffentlich nie wollen.

    Je mehr ich die aktive politische Arbeit kennenlerne, umso mehr kann ich verstehen, warum es so ist wie es ist. Viele für die Bevölkerung sehr gut, engagiert und aufopfernd/selbstlos (bei der Piratenpartei oder NGO) arbeitende Menschen würden nie in die Regierung, Opposition oder in Positionen einer Partei gehen, weil sie u. a. das bestehende System ankotzt. Mit Apellen, Aufrufen, Demos, Briefen und Petitionen schafft man leider keine wirksame Änderung. Deshalb bin ich nach sehr sehr langer Überlegung dennoch in eine Partei eingetreten, nachdem ich so ziemlich alle Veröffentlichungen auf der Website, dem Wiki gelesen habe, nachdem ich bereits lange in dieser Gruppierung mitgearbeitet habe. Weil die Piratenpartei keine Partei ist, wie man sie sonst kennt. Weil es bei den PIRATEN nicht um Posten, um Mandaten, Karriere und nicht darum geht auf dem Rücken anderer reich und mächtig zu werden, nicht darum vom durch Korruption erreichten Thron den Menschen und denen die es besonders hart getroffen hat (wie z. B. in Kriegsgebieten/Entwicklungsländern geborenden Menschen, HartzIV-Opfern) auch noch die letzten Chancen, Menschen- und Bürgerrechte entziehen zu wollen. Piraten maulen über fehlende Medienkompetenz wenn Bürger glauben Gamer wären alle dumme Idioten, nichts auf die Reihe bekommen und stinken, weil RTL das sagt. Piraten regen sich über Offline-Politiker auf, weil die keine Ahnung vom Internet haben und da herum pfuschen wollen. Gleichzeitig regen Piraten sich über Leute auf, weil ein Pressemedium verbreitet hat “der Spitzenpolitiker” der Piratenpartei will XY, ohne auch nur nach einer Quelle zu fragen oder einfach kurz zu warten was der Betroffene selbst dazu sagt, bevor herumgekotzt wird und stattdessen Leute wie in einem durchgeknallten Hühnerstall aufgeregt gackernd durch die Nester der produktiven Aktiven trampeln und diese davon abhalten ein Ei zu legen, woran die Altparteien schwer zu schlucken haben. Natürlich soll bei faulen Eiern der Verursacher konstruktiv kritisiert werden und wenn sich da nichts tut auch die Maßnahme angepasst werden, aber da brauchen manche nur ein paar Schlagwörter wie “Freiheit”, “Verbote”, “Zensur”, “Fraktionszwang” oder andere rhetorische Tricks zu verwenden und schon ist die achso medienkompetente Meute auf der Seite. Wer bleibt am Ende übrig? Der, dem egal ist was andere (Piraten) sagen, egal was diese über ihn und seine Arbeit denken? Die guten Piraten werden früher oder später gehen – oder kaputt gehen. Bleiben und kommen werden Leute, gegen die die Piraten angehen wollten. Leute die auf Ämter, Mandate, Karriere, Geld, Korruption scharf sind, die im Mittelpunkt stehen wollen, Macht über andere Lebewesen ausüben wollen, diese Macht vielleicht sogar gerne missbrauchen wollen, Leute denen egal ist was die Mehrheit will, sondern einfach ihr eigenes Ding machen und in Hinterzimmern klüngeln, um sich durch Vorteilsnahme hochzuschla(f/g)en oder nicht angreifbar zu sein. Politik 1.0. Auch heute ist wieder ein neuer Piratenpartei-Interessent aus meiner Stadt aufgeschlagen, nachdem ich seit Monaten und Jahren Piraten gesucht habe. Diesmal im Mumble. Ein Altparteiler in der CDU, der sich plötzlich für die Piratenpartei interessiert und für ihn eine Wählbarkeitsbescheinigung kein Problem wäre, um es mal so auszudrücken. Der zwar unser Parteiprogramm nur ansatzweise kennt und unter anderem das mit dem “Rauschgift” ganz schlimm findet, aber “interessante” Sache(n) darin gefunden hat. Genannt wurde dann nur, dass wir ja “gegen Fraktionszwang” wären. Und im Facebook-Profil steht neben dem “like” für Angela Merkel und die CDU nun auch eins für die Piratenpartei. Herzlichen Glückwunsch – nicht! Und während viele tolle Piraten damit beschäftigt sind den Laden “PIRATEN” auf laufen zu halten, weiter aufzubauen, weil sie zutiefst davon überzeugt sind, stürmen auf dessen Rücken jetzt Leute auf die Bühne, die genau das Gegenteil verkörpern. Verdammt…es sollte doch umgekehrt laufen!? Wir sollten die Positionen übernehmen, weil nur so die nötige Änderung herbei geführt werden kann. Nicht als kostenlose Dienstleister für Altpolitiker auftreten. Wenn wir zusätzliche Leute wollen, sollten wir auf Nichtwähler setzen, die diese Altparteienpolitik auch ankotzt. Die uns nur noch nicht gut genug kennen, die unsere rationalen Entscheidungen noch nicht nachvollziehen konnten, weil die (System)Presse soviel Scheiße schreibt. Auf die noch nicht politisch verdorbene Jugend setzen, statt zu einer weiteren Altenpartei zu werden. Auf die bereits vor Jahrzehnten aus vorigen Parteien ausgetretenen Menschen, die politisch sind und deswegen/aber die Taten der und in den Altparteien nicht ertragen konnten. Davon gibt es “viele viele Millionen”, um rka zu zitieren. Verdammt. Ich bin zerwühlt. Eigentlich sollte das nur ein kurzer Kommentar werden den ich vom Smartphone schreibe. Jetzt schreibe ich mir hier Zeug von der Seele und mir die Finger wund. Ich sehe glücklicherweise Piraten wie dich auf der Liste, aber keine 40 hart (für die PIRATEN) arbeitenden Piraten, die wir wohl alleine für die Landeslistenkandidaten brauchen werden. Leute die sich die Nächte um die Ohren schlagen, um die PIRATEN und dessen Ziele, dessen Themen und Meinungen voran zu bringen. Leute die das Parteiprogramm, unser Grundsatzprogramm, unsere Werte umsetzen wollen und werden, ja diese sogar nachvollziehen und fühlen können. Leute, für die das Internet nicht nur dazu dient um bei eBay und Amazon zu shoppen und um bei Facebook Partyfotos hochzuladen und dort lustige Spiele zu spielen. Piraten, bitte überlegt euch reiflich, was ihr macht, wo die Zukunft hinführen soll, wird, wie wir uns verhalten sollten. Auch ich muss jetzt mal intensiv in mich gehen. Und sorry, dass ich einen so langen Text hier rein klatsche, er ist von alleine voll und ganz aus Piratenherz und -seele entstanden.

    Gruß
    Andreas (infosocke)

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  16. infosocke21. März 2012

    Antwort auf “Susanne Bischoff on 21.03.12 at 10:55”

    Hallo Susanne, Du schreibst “Diese Schmerzfreiheit läßt sich mit guten Life Coach Spezialisten trainieren.”. Sollte das unser Ziel bei den PIRATEN sein? Schmerzfreiheit erreicht man, indem man abstumpft, indem man gefühllos wird. Dann wird es eher Zeit die Bühne, den Brandherd zu verlassen.

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  17. Mike Nolte21. März 2012

    Keine der Altparteien will einen Koalitionspartner, der auf Fraktionsdisziplin verzichtet. Daher stellt sich die Frage nicht, ob die Piratenpartei mit irgendjemandem koalieren würde. Ob die Piratenpartei koalieren will oder nicht spielt keine Rolle solange die Altparteien ihr Demokratieverständnis nicht verbessern. Sollte es jemals eine der Altparteien schaffen auf die Fraktionsdisziplin zu verzichten, dann dürfen die Journalisten gerne erneut fragen, ob wir mit der jeweiligen Partei koalieren würden.

    Antworten
  18. Jens Seipenbusch21. März 2012

    wie Wolfgang schon sagte, sowas haben wir alle schon erlebt und zum Glück hinter uns gebracht. Stell dir bei solchen Interviews am Telefon einfach als Gegenüber ein 6-jähriges Kind vor, dann kommen solche Mißverständlichkeiten seltener vor 😉

    einfach unter Lernkurve verbuchen und weiter gehts
    “Fazit: Keep calm. Keep together!”

    Antworten
  19. hpweyer21. März 2012

    Ahoi Michele,
    eigentlich sollten wir ‘danke’ sagen, denn Du hast jetzt als erster die Breitseite abbekommen, die jeden von uns im den nächsten Wochen “erwischen” kann. Dieses Beispiel hilft mir im Umgang mit den Medien noch sorgfältiger auf meine Worte und meine Gesten zu achten. In diesem Sinne DANKE! Ansonsten machen wir jetzt mit unserem Wahlkampf weiter und ich (persönlich) hoffe, dass wir uns dabei noch oft begegnen und gemeinsam vorwärts kommen. Gruss hpweyer

    Antworten
  20. Cassiopeia21. März 2012

    Ahoi Michele,

    ich denke so etwas passiert und zwar nicht nur dir. Vorsicht ist auch geboten, wenn ein Journalist sagt: ” So mal ganz unter uns, was ist denn Ihre Meinung zu………”

    LG Heike

    Antworten
  21. Bert21. März 2012

    Ich befürchte in den nächsten Wochen wird es noch heftigeren Gegenwind geben, besonders aus der grünen Ecke, da die Jungs mächtig Angst haben.

    Also Kopf hoch und nächste Mal besser machen.

    Antworten
  22. Marco21. März 2012

    Also ich habe nichts direkt gegen eine Diätenerhöhung. Politiker haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die sie auch gut bezahlt werden sollen. Das steht jedem Arbeitnehmer zu, also m.E. auch einem Politiker.
    Ich finde sogar, Politiker sollten deutlich mehr verdienen als bisher. Vergleiche mit Managern aus großen und mittelgroßen Unternehmen zeigen, wie mickrig das Gehalt eines Politikers eigentlich ist.
    !!! Allerdings!!!:
    Aufgrund der Art der Arbeit eines Politikers sollte jedem Politiker aber dann auch verboten sein, eine weitere Arbeit anzunehmen – wie z.B. einem Sitz im Aufsichtsrat eines Unternehmens – und sich dafür auch noch bezahlen zu lassen. Ein Politiker sollte frei und nur von Fakten und seinem Gewissen geleitet eine Entscheidung treffen können, und nicht durch Lobbyarbeit oder anderweitige Verbundenheiten mit einem Unternehmen/einer Branche/o.ä. zu einer Entscheidung bewogen werden.

    Antworten
  23. Musenrössle21. März 2012

    Ach so ein kleiner Shitstorm kann doch einen Seemann… äh Seeräuber nicht erschüttern 😉 und außerdem ist Shit ja bekanntlich ein guter Dünger. 😉

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  24. GerhardM21. März 2012

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Comment Language]
    Agressive Presse!

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  25. suchenwi21. März 2012

    Es kommt in der Tat nicht gut rüber, wenn man sagt: “Dazu haben wir Piraten noch keine Meinung”. Meinungen haben wir viele, nur oft keine 2/3-Mehrheit für eine, oder der Antrag kommt aus Zeitgründen gar nicht dran.
    Ich denke, besser formuliert wäre: “Dieses Thema wird unter Piraten kontrovers diskutiert.”

    Antworten
  26. Vertigo22. März 2012

    Na klar. Die anderen sind Schuld. Keine Eigenverantwortung. Lieber ist der Redakteur, die Zeitung, die Handyverbindung, im Grunde gar der Wald und der Hund verantwortlich. Nö, nö, man kann nicht alles der Unkenntnis und den Umständen zuschieben.

    Antworten
  27. struppi22. März 2012

    @Infosocke Du schilderst vieles was mir auch schon aufgefallen ist. Ist der Bundesvorsitzende nicht ehemaliges FDP Mitglied? Auch bei uns in Mainz ist er eines.

    Diese eloquenten Labersäcke, die sich verkaufen können und Medien umgehen, werden leider bei den Piraten immer mehr. Leider, weil es eine Art Politikerkaste ist, die, um solche Fehler zu vermeiden, einfach gar keine Meinung haben und jedem alles versprechen.

    Daher finde ich diesen “Skandal” hier, auch eher positiv. Zumal eine Diätenerhöhung auch nichts verwerfliches wäre (solange sie uns im öffentlichen Dienst die 6% geben 🙂 ) – verwerflich sind vor allem die Altersbezüge der Politiker, die teilweise astronmisch sind – dort schwirren Zahlen umher, wie “ein Angestellter müsste 100 Jahre dafür arbeiten”, wenn das so ist, dann ist DAS Ein Skandal und dagegen hat Michele sich ja auch konkret geäußert – das wurde aber nicht im Artikel geschrieben.

    Aber zum Glück gibt es das Internet und die Wähler der Piraten müßten damit umgehen können.

    Antworten
  28. Rasmus22. März 2012

    Sehe ich das richtig? Du bist Betreiber des Shops “beim-klabautermann”?

    Antworten
  29. Rasmus22. März 2012

    Hat sich erledigt. Deinen Blog-Eintrag habe ich gerade gesehen. Ist deine Sache, aber irgendwie muss das nicht sein. Das ist allerdings meine persönliche Meinung.

    Antworten
    1. mmarsching23. März 2012

      Wie bitte? Was muss nicht sein? Kannst du mir die Aussage erklären?

      Antworten
  30. Rainer23. März 2012

    Diätenerhöhungen sollten immer 50% der “planmäßigen” Rentenerhöhungen sein. Mit der Methode wäre das Thema ein für allemal vom Tisch!

    Antworten
  31. kitzel23. März 2012

    Wozu eigentlich die Aufregung? Du wirst doch völlig korrekt zitiert, wenn Du der Meinung bist, die Diäten der Abgeordneten müssten wie vorgeschlagen im Juli angehoben werden. Was ich nicht verstehe: Warum meinst Du dann so dringend in den Landtag einziehen zu müssen? Die Diäten erhöhen – das machen SPD, Grüne und CDU schon ganz allein. Auch wenn sie es bestimmt wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass auch Du Dich für ihre (bisher mickrigen) Gehälter stark machen willst. Da freuen sie sich doch über jede Hilfe.

    Antworten
  32. zagaleta23. März 2012

    diätenerhöhungen werden von den empfängern selbst genehmigt — selbstbedienung

    abgeordnete sind vollksvertreter – in dieser frage vertreten sie bestimmt NICHT die belange des volkes

    Antworten
  33. Olli23. März 2012

    Das kommt davon, wenn Amateure “Politik spielen”. Ein Treppenwitz der Geschichte, dass eine Partei derzeit ressüiert, die zu vielen relevanten Themen keine Meinung hat und lediglich ein “Lebensgefühl” bedient….

    Naja, auch das wird eine Zeitgeisterscheinung bleiben!

    Antworten
  34. Dom23. März 2012

    Kleiner Tipp zu folgendem Punkt:

    “- Glattgebügelt werden und immer nur mit “wir haben keine Meinung antworten müssen””

    Anstelle von “wir haben keine Meinung” kannst du doch einfach sagen: “Dazu kann ich aktuell noch keine Position beziehen, da ich den basisdemokratischen Konsens der Partei abwarten muss.”

    Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: 1. du erinnerst an einen der Grundsätze der Piraten und 2. du stellst in Aussicht, dass du das als Thema für die nächste Abstimmung vorschlagen wirst.

    Antworten
  35. Bernd Moerken25. März 2012

    @Olli: vor Heraustreten der Arroganz sind die Fremdworte zu Ordnen.

    Antworten
  36. tomlub25. März 2012

    Hallo Michele,

    Obwohl mir die verzerrende Berichterstattung der Presse oft auch nicht schmeckt, steckt in deiner Stellungnahme m.E. viel zu viel Selbstmitleid und Selbstgerechtigkeit. Dass du im Wald mit Kind und Kegel unterwegs warst und dann über Politik reden wolltest ist keine Entschuldigung, sondern schlichtweg dein Fehler, den du am besten gar nicht erst publiziert hättest. Das erinnert stark an Guttenberg, der als Grund für seine “fehlerhafte” Doktorarbeit seine Belastung als fürsorglicher Familienvater ins Spiel brachte. (Disclaimer: Dieser Vergleich bezieht sich ausschließlich auf die Rhetorik bei der “Stellungnahme”, nicht auf den Skandal selbst). Dass Stress und Zweideutigkeiten von der Presse ausgenutzt und verwertet werden, ist äußerst unschön und deine inhaltliche Klarstellung ist gut und begrüßenswert. Trotzdem: Von jemandem, der um meine Stimme bittet, erwarte ich Selbstkritik (und damit meine ich nicht Sätze wie “ich muss lernen, dass manche Leute mir freundlichem Kerl Böses wollen) und weniger Inszenierung als Opfer äußerer Umstände.

    Dankebittetschüss

    Antworten
  37. Björn25. März 2012

    Vielen Dank für das Update und die Offenheit. Find ich nen sehr guten Umgang 😉
    Und Glückwünsche zur Wahl!

    Antworten
  38. JoOber26. März 2012

    Lieber Herr Marsching, kennen Sie das Wort “Gegendarstellung”?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gegendarstellung

    Wenn Sie jetzt bitte einfach Klarstellen wuerden, dass:
    – Sie nie fuer die Diaetenerhoehung um 500$ waren, gegenteilige Aussagen sind wahrscheinlich auf ein Missverstaendniss zurueckzufuehren
    – Sie sogar fuer eine RUECKNAHME der Erhöhung vom Februar stimmen werden, und
    – Sie allerdings fuer eine Erhöhung der Diäten um den PREISSPIEGEL Stimmen werden, also fuer einen Inflationsausgleich.

    Waere ich ihnen sehr verbunden.

    Liebe Gruesse,

    JoOber

    Antworten
    1. mmarsching26. März 2012
      • Ich war NIE für die Diätenerhöhung um 500,-€
      • Ich würde FÜR eine Rücknahme der Erhöhung stimmen
      • Ich würde FÜR eine turnusmäßig Anpassung an den Preisspiegel stimmen
      Antworten
  39. Angie28. März 2012

    Kopf hoch!
    Mein Kreuz haste sicher.
    Und am Wochenende fangen wir ein bisschen den Bären. 🙂

    Antworten
  40. […] NRW-Vorsitzenden legte DER WESTEN die Behauptung in den Mund, die Partei fordere eine Diätenerhöhung. Dem NRW-Spitzenkandidat schob DER SPIEGEL gerade unter, er habe entgegen dem Bundesvorsitzenden […]

    Antworten
  41. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    […] Dem NRW-Vorsitzenden legte DER WESTEN die Behauptung in den Mund, die Partei fordere eine Diätenerhöhung. Dem NRW-Spitzenkandidat schob DER SPIEGEL gerade unter, er habe entgegen dem Bundesvorsitzenden […]

    Antworten
  42. Name10. April 2012

    Tja, lieber Pirat, warum muß man den ganzen Tag Interviews geben? Ist Dauerquasseln Arbeit? Anstatt 100 Fehler aufzulisten, versuchs doch damit: Weniger ist mehr.

    Antworten
  43. Name10. April 2012

    Dauerquasseln bei kompletter Ahnungslosigkeit: Nach zwei Legislaturperioden habt Ihr euch selbst erledigt.

    Antworten
  44. Phase 3 « Daisymupp16. April 2012

    […] NRW-Vorsitzenden legte DER WESTEN die Behauptung in den Mund, die Partei fordere eine Diätenerhöhung. Dem NRW-Spitzenkandidat schob DER SPIEGEL gerade unter, er habe entgegen dem Bundesvorsitzenden […]

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  45. marakara17. April 2012

    der westen (waz insgesamt) versucht seit einiger zeit piraten bloss zu stellen oder schwarz zu malen (allein die skurille geschichte über “roflcopter” ist viel wert). es liegen schon mehrere vorfälle vor (keine lust/zeit die links reinzuposten + auch print). dahinter stecke … nicht kluger kopf wie bei faz, sondern spd. meine vermutung sagt mir, dass die von den “roten” kontrollierte mediengruppe momentan eine deskriditierende funktion ausfüllt. k.a., kann sein dass ich spinne. wer weiß. jedenfalls versuch nicht mehr so spontan zu reagieren, wie du als erlicher politiker (und dazu noch voll beschäftigt) tust. die medien wollen eins: sensation. wenn sie diese aus allen fingern saugen können, dann tun die das gerne. sonst gehen die verkaufszahlen und auflagen, sowie klicks und views zugrunde. waz/nrw stirbt – als zeitungsgruppe und medienholding. zumindest hier zulande. die sind genau so wie deren patrone von spd – kinder vom 19. jahrhundert und deren zeit ist vorbei.
    der rest sind details 🙂

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