Über den Luxus, sich Bedenkzeit zu nehmen (old draft)

Hier mal wieder ein alter Entwurf. Da ich im Urlaub sitze und das Wetter uns einen Strich durch die Wander-Planungen gemacht hat, krame ich jetzt Zeugs hervor und werde einige alte Fäden zusammenknüpfen. Fangen wir mit etwas Seichtem an: Meine Gedanken zu einer Vorstands-Kandidatur vom 06.03.2012 (Genau eine Woche später kam es zur Neuwahl-Entscheidung und wir wissen jetzt auch wie die Wahl ausgegangen ist! :))

Ich werde in letzter Zeit durchaus häufiger gefragt, warum ich nicht sofort auf die Bewerberliste für den nächsten Vorstand geschrieben werden will. Direkten Fragen nach einer Wiederkandidatur weiche ich aus, da ich zur Zeit noch nicht abschätzen kann, ob ich diesen Posten noch einmal besetzen sollte und möchte.

Ich bitte alle Unterstützer um Verständnis, dass ich in der jetzigen Situation mit meiner kleinen Familie und den Problemen einiger Mitglieder mit meiner Shop-Mit-Inhaberschaft (Anm. heute: damals war beim-Klabautermann.de gemeint!) noch nicht endgültig sagen kann, ob ich den Job des Vorsitzenden noch einmal übernehmen will.

Neben den rein praktischen Gründen wie evtl. auftretendem Zeitmangel stehen auch noch eine Reihe emotionaler Bedenken einer sofortigen Wiederkandidatur im Weg. Über die mangelnde Diskussionskultur vor allem bei umstrittenen “Kernansichten” wie zum Beispiel der Nutzung elektronischer Wahlverfahren auf Parteitagen, der Erweiterung der Mitbestimmung durch die Einführung eines Briefwahlverfahrens oder der Bezahlung von Vorständen bis hin zu Überlegungen über die Zusammenstellung des künftigen Vorstandes (der Vorsitzende wird immer zuerst gewählt und muss mit dem leben, was nach ihm gewählt wird) habe ich bei einigen Themen Bauchschmerzen.

Dazu kommen häufige Selbstzweifel, da man als Vorstandsmitglied mit (zu) wenig positivem Feedback leben muss und immer nur negativ kritisiert wird. Ich werde in dem nächsten Wochen analysieren, ob ich meine selbst gestellten Aufgaben erledigt habe und wo noch Potential zur Optimierung vorhanden ist.

Um es ganz klar zu sagen: ich hätte schon Lust, für eine weitere Amtszeit als Vorsitzender zu kandidieren. Dazu muss aber das Team stimmen, damit die Motivation gegeben ist, die großen Aufgaben innerparteilich ((liquid) Wahlprogramm, dezentrale Parteitage, Mitgliederbeteiligung (liquid democracy), agenda setting) und nach außen (Pressekontakte, Vorbereitungen BTW2013, Zusammenarbeit mit NGOs) anzugehen.

Bis dahin bitte ich noch um ein wenig Geduld. Ich werde mich zeitnah entscheiden.

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